Missa In Lingua Vera

Von 2011 bis 2015 komponierte Dieter Bartl an seiner Männerchor-Messe. Er wollte ein größeres Werk schaffen, das außerhalb des Jazz-Bereichs liegt. Eine Messe schien ihm die richtige Entscheidung, hatte er doch schon mit 14 den ersten Versuch eine orchestrale Messe zu komponieren gestartet. Klarerweise war der junge Dieter daran gescheitert, umso eindeutiger war ihm, dass er ein profundes technisches, theoretisches und künstlerisches Rüstzeug braucht, um so eine Aufgabe meistern zu können.

 

Bei der "Missa in lingua vera" gab es einige Dinge im Vorhinein zu beachten und zu entscheiden: Welche Sprache?

Es musste eine Weltsprache sein. Englisch, Französisch oder Lateinisch? Latein, weil es die Sprache der Kirche ist.

Welcher Ritus?

Katholischer Ritus und daher auch katholischer Text.

Welche Besetzung?

Acht Männerstimmen a cappella. Eine uralte Tradition (siehe Gregorianik) so zu musizieren, auch in dieser Ensemblegröße.

Welcher Werktitel?

Missa in lingua vera - Messe in der wahren Sprache. Der Begriff "Sprache" könnte hier besser mit "Zunge" ersetzt werden, also wahre, ehrliche Messe. Besonders beim Credo sind Bartl bei der Texttransformation in Musik oftmals große Zweifel aufgekommen. Er musste dreimal von vorne beginnen, um zu der hier vorliegenden Version zu gelangen.

Für wen schreibt man und wer soll das singen?

Musikalische Beschränkungen legte sich Bartl insofern auf, als er unsingbare Stellen vermied. Die Messe sollte für sehr gut ausgebildete Laien noch zu singen sein. Bei der Uraufführung kann sich Dieter Bartl auf eine Gruppe von hervorragenden Sängern verlassen. Mit diesem Ensemble werden auch die Studio-Aufnahmen unter seiner Leitung im Herbst bestritten.

 

Viele größere und kleinere Helferchen unterstütz(t)en Dieter Bartl auf dem Weg zur Umsetzung dieser Komposition:

  • Seine liebe Partnerin Renate Brunn
  • Andreas (sein Bruder) und Martin Schindelar
  • Mag. Pater Alois Hüger
  • Prof. Ferdinand Weiss
  • ÖkR Bgm. Josef Balber

Liturgische Uraufführung am 15. August 2017

Intensive Proben gingen der Premiere voran, mit Robert Koizar, Sieglinde Michalko und Elke Eckersdorfer als Korrepetitoren/innen.

Die Uraufführung der Messe fand vor einem großen Publikum statt. Der Zelebrant Christoph Kardinal Schönborn wirkte wie ein Magnet auf die Menschen der näheren und weiteren Umgebung. Dem Gottesdienst in der Basilika in Klein-Mariazell konnte man trotz der vielen zusätzlich aufgestellten Sessel nur mehr stehend folgen.

Schon die großartige Orgel-Intrade von Robert Koizar deutete stilistisch in Richtung der neu komponierten Messe.

Besetzung: 1. Tenor: James Curry, Georg Dietl; 2. Tenor: Andreas Bartl, Alexander Kaimbacher;
1. Bass: Felix Hornbachner, Ernst Spitaler; 2. Bass: Wolfgang Bankl, Martin Schindelar

Kyrie - Gloria - Men - Credo - Sanctus - Agnus Dei - Irish Blessing

Die Stücke gelangen sehr gut und eindrucksvoll. Beim lauten Stampfen der Sänger (zum Beispiel) an der Stelle des Credo, wo Jesus ans Kreuz genagelt wird, erschraken viele merklich. Erst das weitere Nachdenken über das Gehörte führte die Hörer wieder zurück in die Andacht.

Danach ein riesiges, positives Feedback: von geistlicher Seite, viele aus dem Publikum gratulierten, Musiker-Kollegen/innen bestätigten mir die hohe Qualität des Geschaffenen.

Allen sei Dank für die Rückmeldungen!

 

Aufnahme der Messe am 4. Januar 2018

Wieder in Klein-Mariazell zurück! Diesmal im Leopoldsaal.

Alexander Grün, DER Tontechniker, hatte schon am Vortag aufgebaut und mit einigen Sängern und Dieter Bartl die akustischen Verhältnisse des Saals erkundet. Mit insgesamt 16 Mikrophonen schuf er ein hervorragendes "Bett" für die Kompositionen von Dieter Bartl.

Besetzung: 

1. Tenor: James Curry, Georg Dietl

2. Tenor: Andreas Bartl, Alexander Kaimbacher

1. Bass: Andreas Brüger, Ernst Spitaler

2. Bass: Wolfgang Bankl, Martin Schindelar

Um 10:00 Uhr ging´s los, um 22:00 Uhr war dann "alles im Kasten". Ein hartes Stück Arbeit, aber mit solchen Profis, solchen Musikern, macht es Spaß, an die Grenzen der Belastbarkeit zu gehen.

 

CD-Präsentation

Es steht noch in den Sternen, wann die CD präsentiert wird.

Die kürzlich wieder entdeckte, gregorianische Pankratius-Messe aus Klein-Mariazell wird auch auf dem Tonträger zu finden sein . Ein musikalisches Juwel aus dem Mittelalter, ausgegraben von Dr. Thomas Aigner MAS, Diözesanarchivar in St. Pölten. Wiederuraufgeführt  wurde es beim Festival cellensis 2017 in Thenneberg (mit wissenschaftlicher Unterstützung von Eugen Novak u.a.). In Stolzembourg, Luxembourg, konnte man die komplette Messe mit Pankratius-Sequentia ein zweites Mal hören.

Die grafische Gestaltung der CD durch DI Dr. Florian Bettel, Lehrender an der Universität für angewandte Kunst Wien, ist bereits fertiggestellt. Die Aufnahmen werden in den nächsten Tagen durchgeführt. Dann geht´s an die Vervielfältigung. Vielleicht im August /September 2019?